Ebhäuser Bogner peilen das Ziel mit Langbogen (links und rechts außen) und Recurvebogen (Mitte) an.

SVE-Bogner kämpfen in Osterburken gegen Wind und Kälte

Ein ungewöhnlich kalter, sehr windiger Märzmorgen mit Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt auf dem Golfplatz „Kaiserhöhe“ in Osterburken. Am Abschlag von Loch 17 stehen sechs Personen und warten auf das Startzeichen zum Turnierbeginn. Allerdings hat keiner einen Golfschläger oder Golfball dabei. – dafür aber Pfeil und Bogen. Bogengolf heißt diese etwas andere Turnierart beim Bogenschießen. Die Regeln sind angelegt an den Golfsport: Dort wo der erste geschossene Pfeil im Boden steckt, wird weiter geschossen. Das Ziel ist dann aber nicht das Loch mitten im „Green“ der Golfer, sondern knapp daneben eine zylinderförmige kleine Scheibe, in der dann der Pfeil stecken muss. Jeder Schuss wird gezählt und je weniger Schüsse notwendig sind, desto besser. Wer am Ende der 18 Bahnen die niedrigste Zahl erreicht, gewinnt. Die Bahnen sind zwischen 134 und 502 Metern lang. Wer mit seinem Bogen den günstigsten Abschusswinkel findet, kann je nach Bogenstärke und Pfeilmaterial an die 200 Meter weit schießen.

Die Startplätze sind auf 60 beschränkt und waren schnell ausgebucht, aber vier Aktive des Schützenvereins Ebhausen und zwei Gastschützen hatten sich schnell genug das Startrecht gesichert. Bei den Bögen wird unterschieden zwischen Lang- und Recurvebögen – alle ohne Visier und sonstige Hilfsmittel. Der starke Wind beeinflusste nicht nur den Flug der hoch fliegenden Pfeile, er zwang so manchen Teilnehmer auch, immer wieder seiner Kopfbedeckung nach zu jagen. So waren bei wirklich widrigen Wetterbedingungen am Ende alle Ebhäuser mit ihren Ergebnissen zufrieden. Jochen Züffle landete bei den Herren Recurve mit 61 benötigten Schüssen auf Platz 4, Uwe Schwellinger (68) kam auf Platz 10 und Ujo Stern (72) auf Rang 13. Bei den Recurve-Damen belegte Patricia Mast mit 73 Schüssen den 4. Platz. In der Langbogenklasse kam Hubert Steimle mit 61 Schüssen auf den dritten und Helmut Spathelf mit 71 auf den 10. Platz. Der Platz ist für Golfer als Par-72-Kurs eingestuft und somit sind fast alle SVE-Sportler „unter Par“ geblieben. Über die Platzierungen haben sich die Ebhäuser gefreut, aber die Ergebnisse waren an diesem Tag nicht das Wichtigste. Der Spaß an dieser besonderen Turnierart stand im Vordergrund. Es war trotz der gefühlten Eiseskälte für alle Aktiven ein Genuss, den langen Pfeilflug vor dem grauen Märzhimmel zu beobachten. Manchmal, je nach Gelände oder Hintergrund, verloren die Ebhäuser ihren Pfeil auch aus den Augen. Aber sie fanden ihn immer gut, weil er meistens ziemlich aufrecht im Gelände steckt. Die Bogner waren auf dem weitläufigen Gelände mit den sanften Hügeln fast sechs Stunden unterwegs, haben dabei gut 10 Kilometer zurückgelegt und die Pfeile durften auf den abwechslungsreichen 18 Bahnen insgesamt über 6200 Meter weit fliegen.