Golf- und Clout-Schießen in Monhardt

Clout-Schießen (Clout = Lappen, Fähnchen) nennt sich eine Wettkampfart mit Pfeil und Bogen, die es in England schon im Mittelalter gab und dort mit der 180-Yard-Distanz noch heute Tradition ist. Dabei wird nicht auf Scheiben, sondern auf im Gras markierte Kreise geschossen. Die Bogenabteilung des Schützenvereins Ebhausen richtet schon seit einigen Jahren im Rahmen ihres internen Fünfzehn-Kampfes so ein Clout-Schießen aus. Traditionsgemäß wird dabei mit Bögen ohne Visier geschossen. Die „Bogner“ hatten ihre helle Freude daran, ihre Pfeile mal richtig weit auf die 180 Yards (das sind rund 165 Meter) fliegen zu lassen. In der Damen- und Jugendklasse wurden etwas kürzere Distanzen geschossen. Das „richtig weit“ verdanken die Akteure Landwirt Rolf Kirn, der für einen Tag eine große Wiese in Monhardt für diese Veranstaltung zur Verfügung stellte. Nach ein paar Proberunden landeten dann die meisten Pfeile im Kreis rund um die Fahne. Die genaue Punkte-Wertung (von eins bis fünf) wurde mit Hilfe einer Schnur mit entsprechenden Markierungen ermittelt. Nach fünf Durchgängen mit je sechs Pfeilen stand das Ergebnis fest. Ganz überraschend siegte Nicole Pohl, die im SVE das ganze Jahr nur mit dem „Olympischen Bogen“ schießt (Bogen mit Visier, Stabilisatoren und weiteren technischen Hilfmitteln). Sie selbst meinte immer wieder „ohne Visier treffe ich gar nichts“, lag aber mit 85 Punkten deutlich vor den Platzierten Hansjörg Engler (64) und Christoph Preuß (57 Punkte).

Zur Einstimmung auf diesen Wettkampf hatten die SVE-Sportler eine Runde Bogen-Golf geschossen. Angelehnt an den Golf-Sport muss hier auf ganz unterschiedlichen Entfernungen zwischen 150 und über 300 Metern eine kleine zylinderförmige Scheibe getroffen werden. Dort wo der erste Pfeil landet, wird der nächste geschossen. Wenn es gut läuft, kann der Treffer auch mal schon beim zweiten Schuss gelingen, meistens braucht man aber drei oder mehr Schüsse. Auf dem weitläufig gesteckten Parcours in Monhardt, von dem alle 19 Akteure begeistert waren, war man dann über zwei Stunden unterwegs. Es siegte Jochen Züffle, der die sechs Ziele mit 21 Schüssen absolvierte vor Horst Lyßus und Susi Ressler, die beide 22 Pfeile brauchten. Je nach Platzierung in den beiden Wettbewerben gibt es dann für alle Starter und Starterinnen auch Punkte für den 15-Kampf. Aus der Gesamt-Punktzahl dieses Tages wird der „Kombinations-Sieger Golf und Clout“ ermittelt. Hansjörg Engler und Christoph Preuß kamen beide auf 19 Punkte und somit musste ein Stechen mit einem Pfeil entscheiden. Engler kam dem Ziel am nächsten und konnte damit den Wanderpreis für ein Jahr mit nach Hause nehmen. Bei der Siegerehrung gab es auch noch einen Preis für den besten Jungschützen. Alexander Seeger hat sich diesen redlich verdient, hatte er doch wie alle TeilnehmerInnen über den Tag verteilt rund 80 Pfeile geschossen und dabei bergauf und bergab fast neun Kilometer zurückgelegt. Sage noch einer, Bogenschießen sei kein anstrengender Sport.