Vollmond-Schießen hat schon Tradition

Bogenschießen im Licht des Vollmondes hat einen ganz besonderen Reiz. Man sieht die Scheiben, aber man sieht die Pfeile nicht fliegen und sieht nicht wo sie stecken. Nur die Einschläge sind zu hören. Etwas schwierig im Dunkeln ist auch das richtige Einnocken der Pfeile auf der Bogensehne. Taschenlampen sind ausnahmslos nur bei der Trefferaufnahme erlaubt. Das nennt sich bei den Bogenschützen des SVE „Vollmondschießen“. Dieser interne Wettkampf, bei dem ohne Visier geschossen wird, ist jedes Jahr eine sehr willkommene Abwechslung. Bei der diesjährigen 20. Auflage waren 14 Bogner bei fast idealem Wetter am Start. Bei Wettkampfbeginn gegen 21 Uhr stand der Mond hell leuchtend am Nachthimmel. Durch hohe Bäume auf dem Bogenplatz wechselte die Helligkeit auf den einzelnen Scheiben immer wieder und das gab dem Wettbewerb einen weiteren Reiz. Geschossen wurden zehn Durchgänge mit jeweils drei Pfeilen. Am Ende gewann Jochen Züffle mit 266 Ringen den Wanderpreis vor Axel Wörner (263) und Karl-Heinz Köhler (241).

Die Zeit bis zum Wettkampfbeginn hatte man genutzt für das fast ebenso beliebte Duo-Schießen. Die Zusammenstellung der Duos wird mit Spielkarten ausgelost. Dann muss ein Partner den Bogen halten, der andere die Sehne mit dem Pfeil ziehen und loslassen. Das ist noch komplizierter als es sich anhört. Hier stimmt die alte Weisheit „Gemeinsam geht’s besser“ ausnahmsweise einmal nicht. Aber es ist einfach sehr lustig, wenn man sieht, wie sich Zwei mit dem Sportgerät wirklich abmühen, sich gegenseitig abstützen und dirigieren. Wegen der ungeraden Teilnehmerzahl von 13 ergab die Auslosung, dass Uschi Löffler zweimal antreten durfte. Nach sechs Pfeilen pro Duo war der kleine Wettkampf auch schon beendet. Das Duo Uschi Löffler/Harald Schmollinger siegte mit 49 von 60 möglichen Ringen vor Axel Wörner/Uschi Löffler (47) und Sarah Brommler/Helmut Spathelf (46). Zwischen den beiden Wettbewerben wurde gegrillt und gemütlich am Lagerfeuer gesessen. Dort ging der Abend dann nach der Siegerehrung auch ganz gemütlich zu Ende – und der Vollmond leuchtete den Bognern so hell wie selten.