Bogen-Golf-Turnier in Osterburken

Bogengolf heißt eine etwas andere Wettkampfart beim Bogenschießen. Der Golfclub Kaiserhöhe bei Osterburken lässt einmal im Jahr „Bewaffnete“ auf sein Gelände, die statt Golfschläger und -bälle Pfeil und Bogen bei sich tragen. Die Regeln sind angelegt an den Golfsport: Dort wo der erste geschossene Pfeil im Boden steckt, wird weitergeschossen. Das Ziel ist dann aber nicht das Loch mitten im „Green“ der Golfer, sondern knapp daneben eine zylinderförmige kleine Scheibe, in der dann der Pfeil stecken muss. Wird genau die Mitte getroffen, bekommt der Schütze einen Bonus-Punkt notiert. Ansonsten wird jeder Schuss gezählt und je weniger Schüsse notwendig sind, desto besser. Wer am Ende der 18 Bahnen die niedrigste Zahl erreicht, gewinnt. Bei Gleichstand entscheiden die erzielten Bonus-Punkte. Die Bahnen sind zwischen 153 und 501 Metern lang. Wer mit seinem Bogen den günstigsten Abschusswinkel findet, kann je nach Bogenstärke und Pfeilmaterial an die 200 Meter weit schießen.
Die heiß begehrten – auf 70 beschränkt – Startplätze waren innerhalb weniger Tage ausgebucht, aber sechs Aktive des Schützenvereins Ebhausen hatten sich schnell genug das Startrecht gesichert. Nur Bögen ohne Visier und Stabilisatoren sind zugelassen. Unterschieden wird noch zwischen Lang- und Recurvebögen. Die Ebhäuser starteten fast alle in der am stärksten besetzten Recurve-Klasse; lediglich Sarah Brommler ist kürzlich auf den Langbogen umgestiegen. Mit ihrem neuen Bogen benötigte sie für die 18 Bahnen 71 Schüsse und belegte bei den Langbogen-Damen den 2. Platz. Noch erfolgreicher war Susi Ressler: 66 Zähler brachten ihr den Sieg bei den angetretenen 13 Recurve-Damen. Bei den Herren landete Jochen Züffle mit 61 Punkten auf Platz 8, Christoph Preuß und Ujo Stern benötigten beide 66 Schüsse (9 bzw. 2 Bonus-Punkte) und kamen damit auf die Plätze 21 und 24, Helmut Spathelf (68) belegte Rang 29. Der Platz ist für Golfer als Par-72-Kurs eingestuft und somit sind die SVE-Sportler alle „unter Par“ geblieben. Über die guten Platzierungen, vor allem bei den beiden Damen, haben sich die Ebhäuser riesig gefreut, aber die Ergebnisse waren an diesem Tag nicht das Wichtigste. Der Spaß an dieser besonderen Turnierart stand im Vordergrund. Es war trotz der sehr kühlen Witterung für alle Aktiven ein Genuss, den langen Pfeilflug vor dem Novemberhimmel zu beobachten. Manchmal, je nach Gelände oder Hintergrund, verloren die Ebhäuser ihren Pfeil auch aus den Augen. Aber sie fanden ihn immer gut, weil er meistens ziemlich aufrecht im Gelände steckt. Auch Sandbunker – und von denen gibt es 80 Stück – waren kein Problem. Die Bogner waren auf dem weitläufigen Gelände mit den sanften Hügeln fast sechs Stunden unterwegs, haben dabei 12 Kilometer zurückgelegt und die Pfeile durften auf den abwechslungsreichen 18 Bahnen insgesamt über sechs Kilometer weit fliegen.