Die Teilnehmer des Ebhäuser Mittelalter-Turnieres

Mittelalter-Bogenturnier in Ebhausen

Kann man in der Zeit zurückreisen? Nicht wirklich. Aber man kann wie die Bogenabteilung des SV Ebhausen zum internen Mittelalter-Turnier einladen und für einen Tag so tun, als würde man sich im Jahr 1217 befinden. In der Einladung heißt es: „Ihr müsset schießen mit dem Bogen auf 12 Schritt Distanz, welche sich Runde um Runde erhöhet. Jeder darf bey Beginne des Turnieres fünf Pfeile im Köcher tragen. Ein jeder geschossene Pfeil, der nicht im Kreise stecket, darf für die nachfolgenden Runden nicht mehr verwendet werden. Schlußendlich verbleibet der trefflichste Schütze.“

Dieser Einladung folgten am Sonntag 18 SVE-Bogner, fast alle waren mittelalterlich gekleidet. Auch ein Mönch war darunter, das kennt man ja aus den Robin-Hood-Geschichten. Schon bald flogen die ersten Pfeile, die auf den kurzen Distanzen alle das Ziel trafen. Als die Entfernung dann aber ständig vergrößert wurde, landeten immer mehr Pfeile zwar noch im Strohballen, aber außerhalb des Zieles und wurden im dafür bereit gestellten Weidenkorb aus dem Wettbewerb genommen. Nach und nach lichteten sich die Reihen der Kämpfer deutlich, weil schon einige ihre fünf Pfeile „aufgebraucht“ hatten. In Runde neun standen dann nur noch fünf Recken an der Schießlinie, jeder hatte noch einen Pfeil. Jetzt musste bald die Entscheidung fallen! Wieder schwirrten die befiederten Geschosse von den Sehnen und bohrten sich ins Stroh. Die Pfeile von Hansjörg von Baden, Ritter Ingolf von Mainz-Kastell, Jochen vom Hinteren Wald und Sarah von der Achalm verfehlten das Ziel ganz knapp. Aber der Mönch, Bruder Harald, brachte seinen Pfeil deutlich im Kreis unter und wurde somit zum gefeierten Turnier-Sieger. Neben dem Wanderpreis wurde ihm auch eine mittelalterlich gestaltete Urkunde überreicht, in der es am Ende heißt: „Ewiglich währender Ruhm solle Euch gewiss seyen“. Der junge Knappe Conrad von den Eulen hat fünf Runden tapfer mitgehalten und erhielt dafür einen Ehrenpreis.

Schon vor dem Bogen-Wettkampf wurde stilgerecht über dem offenen Feuer im großen Kessel ein kräftiges Mahl bereitet, das allen Anwesenden mundete – der Kessel war schon bald geleert. Auch ein Wettbewerb im Hufeisen-Werfen stand noch auf dem Programm. Dabei siegte Sebastian von Schönreuth mit 43 Punkten vor Christoph von Johannesburg mit 38 und Susanne von der Amsel mit 33 Punkten.