SVE-Bogner in Mühlenbach, v.l.n.r. Helmut Spathelf, Karl-Heinz Köhler, Patricia Mast, Armin Ohngemach, Christoph Preuß

Jungbauernhof-Clout-Turnier in Mühlenbach

Clout-Schießen nennt sich eine Wettkampfart mit Pfeil und Bogen, die es in England schon im Mittelalter gab und dort mit der 180-Yard-Distanz noch heute Tradition ist. Dabei wird nicht auf Scheiben, sondern auf eine Fahne (Clout = Lappen, Fähnchen) geschossen. Paul Buchholz hat jetzt auf seinem Jungbauernhof bei Mühlenbach im Südschwarzwald ein Clout-Turnier ausgerichtet. Bei strahlend blauem Himmel und einer milden Herbstsonne hatten sich 31 TeilnehmerInnen, darunter fünf vom SV Ebhausen, zu diesem ruhigen und friedlichen Wettkampf eingefunden. Dabei wurde nicht auf eine einheitliche Entfernung geschossen, sondern es ging über ausgedehnte Wiesenflächen auf einen Rundkurs mit acht unterschiedlichen Distanzen zwischen 60 und knapp 200 Metern. Der Rundkurs wurde zwei mal durchlaufen und auf jedes Ziel wurden drei Pfeile geschossen. Moderator Armin Meier-Kühn, ein Langbogenschütze wie aus einem Mittelalter-Film entsprungen, begleitete das Turnier mit seinen mittelalterlichen Zitaten und tiefgründigen Sätzen, wie zum Beispiel: „Treffen ist nicht das wichtigste, hört in Euch hinein und lernt dazu“. Wenn man seinen Pfeil, ungefähr im 70-Grad-Winkel abgeschossen, auf seinem langen Flug vor dem stahlblauen Himmel beobachten kann, ist das schon ein erhebendes Gefühl. Oft glaubt man, der Pfeil lande ganz nahe beim Clout und dann hat man 15 Meter zu weit oder fünf Meter zu kurz geschossen. Das zählt dann alles als „Null“. Punkte (1, 2 oder 3) konnte man nur sammeln, wenn der Pfeil im Umkreis von vier Metern um die Flagge landete. Das war nicht leicht, aber mit dem richtigen Gefühl für den Abschusswinkel und einer Portion Gelassenheit ist es beim einen und anderen Ziel gelungen.

Bei der abschließenden Siegerehrung wurde nicht wie beim Bogenschießen meist üblich in Herren-, Damen-, Alters- und Seniorenklasse aufgeteilt, sondern nur in „Heavy-Bow“ (Bögen mit Zuggewichten über 39 lbs, das sind Englische Pfund zu 453 Gramm) und „Light-Bow“ (Zuggewicht unter 40 lbs). Lediglich die fünf anwesenden Jugendlichen unter 16 Jahren wurden getrennt gewertet. Gepunktet hatten alle SVE-Schützen; zwei konnten sogar Preise und Urkunden entgegen nehmen: In der Klasse Heavy-Bow siegte Karl-Heinz Köhler mit 7 Punkten und beim Light-Bow belegte Helmut Spathelf mit 9 Punkten den 2. Platz.