Bogen-Schützen wie im Jahre 1221

Mittelalter-Turnier bei den SVE-Bognern

Kann man in der Zeit zurückreisen? Nicht wirklich. Aber man kann wie die Bogenabteilung des SV Ebhausen zum internen Mittelalter-Turnier einladen und für einen Tag so tun, als würde man sich im Jahr 1221 befinden. In der Einladung hieß es: „Ihr müsset schießen mit dem Bogen auf 50 Fuß Distanz, welche sich Runde um Runde erhöhet. Jeder darf bey Beginne des Turnieres fünf Pfeile bey sich tragen. Ein jeder geschossene Pfeil, der nicht im Kreise stecket, darf für die nachfolgenden Runden nicht mehr verwendet werden. Schlußendlich verbleibet der trefflichste Schütze.“

22 fast durchweg mittelalterlich gekleidete Bogner folgten dieser Einladung, darunter wie in den Robin-Hood-Geschichten ein Mönch. Auch ein Highlander im traditionellen Schottenrock, ein paar Kumpane von Robin Hood und mehrere festlich gekleidete Burgherrinnen waren angereist. Pünktlich zum Turnierbeginn hellte sich das Wetter auf und wurde richtig angenehm und die Pfeile flogen über den Turnierplatz an der Nagold. Zu Beginn des friedlichen Wettstreits, auf den kurzen Distanzen, trafen alle das Ziel. Als die Entfernung dann aber ständig vergrößert wurde, landeten immer mehr Pfeile außerhalb des Zieles und wurden im dafür bereit gestellten Weidenkorb aus dem Wettbewerb genommen. Nach und nach lichteten sich so die Reihen der Kämpfer, weil schon einige ihre fünf Pfeile „aufgebraucht“ hatten. In Runde 13 waren noch drei Kämpfer übrig, von denen dann zuerst Thorsten von Pfrondorf ausscheiden musste. In Runde 14 war man bei 180 Fuß Entfernung, das sind schon über 50 Meter. Jetzt musste die Entscheidung fallen zwischen Jochen vom Hinteren Wald und Stefanius vom Gaugenwald, dem Vorjahressieger. Wieder schwirrten die befiederten Geschosse von den Sehnen und bohrten sich in das Stroh. Der Recke vom Gaugenwald verfehlte das Ziel, aber Jochen brachte seinen Pfeil im Zielkreis unter und wurde so zum Turnier-Sieger. Ihm wurde der Wanderpreis in Form eines Langbogens und eine mittelalterlich gestaltete Urkunde überreicht, in der es am Ende heißt: „Ewiglich währender Ruhm solle Euch gewiss seyen“. Der junge Knappe Amadeo von Pfrondorf hat acht Runden tapfer mitgehalten und wurde ebenfalls mit einem Preis belohnt. Der Sonderpreis für die beste Schützin an diesem Tag ging an Rika von Freiburg.

Schon vor dem Wettkampf wurde stilgerecht über dem offenen Feuer im großen Kessel ein kräftiges Mahl bereitet, das allen Anwesenden mundete. Auch ein Wettbewerb im „Flu-Flu-Schießen“ stand noch auf dem Programm. Dabei ging es darum, mit einem Pfeil mit großer, sechsfacher Befiederung mit einem indirekten Schuss hoch in die Luft einer rund 60 Meter entfernten Fahne so nahe wie möglich zu kommen. Da kämpften sich bei leichtem Schmuddelwetter der Highlander MacUjo from Lemberg Castle und der Mönch Bruder Harald bis zum Finale durch. Der letzte entscheidende Pfeil des Mönchs landete knapp zwei Bogenlängen neben der Fahne und brachte ihm den Sieg, der Pfeil des Highlanders war eine halbe Bogenlänge weiter entfernt.

Dieser Beitrag ist bis zum 28.12.2021 verfügbar.