Die Teilnehmer des Ebhäuser Mittelalter-Turniers

Mittelalter-Turnier der SVE-Bogner

Mancher möchte gerne die Zeit um ein paar Jahre zurückdrehen, was derzeit sehr verständlich ist. Die Bogenabteilung des SV Ebhausen liebt es aber noch extremer. Dort wurde zum internen Mittelalter-Turnier eingeladen und für einen Tag so getan, als würde man sich im 13. Jahrhundert befinden. In der Einladung hieß es: „Ihr müsset schießen mit dem Bogen auf 50 Fuß Distanz, welche sich Runde um Runde erhöhet. Jeder darf bey Beginne des Turnieres fünf Pfeile im Köcher tragen. Ein jeder geschossene Pfeil, der nicht im Kreise stecket, darf für die nachfolgenden Runden nicht mehr verwendet werden. Schlussendlich verbleibet der trefflichste Schütze.“

So fanden sich am Sonntag auf dem Ebhäuser Bogenplatz 16 mittelalterlich gekleidete Bogner und dazu auch einige Zuschauer ein. Ein Mönch war wieder dabei unter zahlreichen Kumpanen von Robin Hood und sogar eine Maid aus Britannien war angereist. Zu Beginn des friedlichen Wettstreits, auf den kurzen Distanzen, trafen alle das Ziel. Als die Entfernung dann aber ständig vergrößert wurde, landeten immer mehr Pfeile zwar noch auf den Strohballen, aber außerhalb des Zieles und wurden im dafür bereit gestellten Weidenkorb aus dem Wettbewerb genommen. Nach und nach lichteten sich die Reihen der Kämpfer deutlich, weil schon einige ihre fünf Pfeile „aufgebraucht“ hatten. In Runde elf schieden dann gleichzeitig Andelko von der Alten Steige, Holger von Backnang und Ujo vom Lemberg aus. Jetzt standen auf der Distanz von 170 Fuß – das sind knapp 50 Meter – nur noch Albrecht der Franke mit seinem letzten Pfeil und Stefanius vom Gaugenwald mit drei Pfeilen an der Schießlinie. Jetzt musste die Entscheidung fallen! Die befiederten Geschosse schwirrten von den Sehnen und bohrten sich in das Stroh. Der Franke verfehlte das Ziel ganz knapp, aber Stefanius brachte seine drei Pfeile unter lautem Jubel im Kreis unter und wurde so zum Turnier-Sieger. Das umstehende Volk verlangte vom Sieger trotzdem weitere Beweise seines Könnens. So wurde die Distanz noch dreimal vergrößert bis der Gaugenwälder dann auf 200 Fuß mit seinem letzten Pfeil das Ziel knapp verfehlte. Dann aber wurde ihm eine mittelalterlich gestaltete Urkunde überreicht, in der es am Ende heißt: „Ewiglich währender Ruhm solle Euch gewiss seyen“. Der junge Knappe Leon von Sindelstett hat acht Runden tapfer mitgehalten und gewann den Preis für den Besten aus dem Jungvolk. Der Sonderpreis ging an Prinzessin Lara von Nagold.

Schon vor dem Bogen-Wettkampf wurde stilgerecht über dem offenen Feuer im großen Kessel ein kräftiges Mahl bereitet, das allen Anwesenden mundete. Auch ein Wettbewerb im „Flu-Flu-Schießen“ stand noch auf dem Programm. Dabei ging es darum, mit einem Pfeil mit großer, sechsfacher Befiederung mit einem indirekten Schuss hoch in die Luft einer rund 60 Meter entfernten, verdeckten Fahne so nahe wie möglich zu kommen. Da kämpften sich in 14 ganz spannenden Runden, in denen immer einer ausscheiden musste, Albrecht der Franke mit seinem Langbogen Marke Eigenbau und Holger von Backnang bis ins Finale vor. Da machten es die beiden nochmals ganz eng. Beide Pfeile waren kaum eine Elle von der Fahne entfernt. Es musste genau gemessen werden, um festzustellen, dass der Pfeil des Franken eine knappe Handbreite besser steckte.

Dieser Beitrag ist bis zum 12.12.2022 verfügbar.